Jetzt mach ich mich selbstständig! Mein Weg zu mehr Freiheit – oder nicht?

Dass es in diesem Artikel um Veränderung gehen soll, hatte ich schon lange geplant. Allerdings war mir bis vor ein paar Tagen nicht klar, dass es hierin nun auch um mich gehen wird.

Den Ausschlag dazu hat die Blogparade von Christina Emmer gegeben, an der ich im Rahmen ihrer 21-Tage-Sichtbarkeits-Challenge mit diesem Beitrag teilnehme (http://christinaemmer.de/blogparade/blogparade-21-tage-sichtbarkeits-challenge).

 

Es geht also um meine Erfolgsgeschichte - nun ja, zumindest um meine Geschichte – warum ich entschlossen habe, mich als Coach selbstständig zu machen, wie ich den Entschluss in die Tat umgesetzt habe und wie es mir letztendlich mit meiner Entscheidung geht.

Mach deine Berufung zum Beruf! Oder andersherum.

Angefangen hat alles nach meiner Ausbildung, als ich nach einem Jahr Ausflug in den Vertrieb die Seiten wechselte und selbst zur Ausbilderin wurde. Ich arbeitete (und tue das immer noch, dazu später mehr) in einem großen Konzern, in dem die Ausbildung als eigene Organisationseinheit aufgestellt ist und man als Ausbilder in Vollzeit tätig ist. Fortan hatte ich die Verantwortung für die Ausbildung von 30 bis 40 jungen Menschen, kaum jünger als ich. Und ich war ihnen gegenüber weisungsbefugt.

 

Im Rahmen meiner Ausbildertätigkeit habe ich diverse Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im pädagogischen, methodischen und didaktischen Bereich absolviert. Irgendwie war es mir aber ein Bedürfnis, den menschlichen Aspekt noch mehr zu beleuchten, um meine Azubis noch individueller begleiten zu können. Deshalb entschloss ich mich zu einer berufsbegleitenden Qualifizierung zur psychologischen Beraterin. Mein damaliger Chef hatte großes Vertrauen in mich und übernahm die komplette Finanzierung, wofür ich ihm heute noch extrem dankbar bin. Diese Maßnahme hat mein Leben verändert! Seitdem ist Coaching aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Manchmal auch zum Leidwesen meiner Familie und Freunde ;-)

Der Wandel: aus meiner Berufung wurde doch noch mein Beruf.

Ich war sechs Jahre lang als Ausbilderin tätig – eine spannende und erfahrungsreiche Zeit, in der ich mit vielen tollen Menschen zusammengearbeitet und wertvolle Erkenntnisse gesammelt habe. Nach dieser Zeit wechselte ich intern und übernahm die Verantwortung für dual Studierende. Ähnliche Klientel, ähnliche Aufgaben. Zumindest am Anfang. Obwohl die interne Bezeichnung für meinen Job mittlerweile sogar das Wort „Coach“ beinhaltet, hat die Tätigkeit nur noch wenig mit der individuellen Begleitung von Menschen zu tun. Und genau hier kommen wir zu dem Punkt, an dem mir klar wurde: ich muss in meinem Leben etwas verändern. Ich fühlte mich irgendwie zu jung, um mich schon mit einer Situation abzufinden und zukünftig nur noch „Dienst nach Vorschrift“ zu machen.

 

Was aber tun? Im Konzern gab es keine geeigneten Tätigkeitsfelder für mich und irgendwie hatte ich auch das Bedürfnis, mich selbst zu verwirklichen. Da lag es irgendwann nahe, über eine Selbstständigkeit nachzudenken. Ich habe generell keine Angst vor Veränderungen, aber ich brauche ein gewisses Maß an Sicherheit. Deshalb kam der Sprung ins kalte Wasser eher nicht in Frage. Also tauschte ich meinen Vollzeitjob gegen eine Teilzeitanstellung und machte mich „nebenbei“ als Coach und Mentaltrainerin selbstständig. 

Am Anfang steht der Berg

Da stand ich nun also mit meiner Entscheidung und fragte mich, wo anfangen? Aber mir war schnell klar: wenn die Menschen zu dir kommen sollen, müssen Sie wissen, dass es dich gibt. Oha, gleich zu Beginn die größte Hürde, die Sichtbarkeit. Dazu musst du wissen: ich stehe tendenziell nicht gern im Mittelpunkt. Ich übernehme Verantwortung, gerne auch viel und ich will auch „wichtig“ sein – aber doch lieber im Hintergrund. Also eher der Regisseur als der Schauspieler. Aber jetzt musste ich doch die große Bühne betreten. Also erstellte ich erst mal eine Webseite. Parallel ließ ich mir von einem Profi ein Logo und dazu passende Visitenkarten und Broschüren erstellen. Dann holte ich zum großen Schlag aus: Postwurfsendungen ;-)

 

Das war aber eher ein großer Schlag ins Gesicht. Es gab keine Reaktion. Bis auf eine. Dieser habe ich es zu verdanken, dass ich heute Mitglied eines regionalen Unternehmernetzwerks bin, welches mich extrem weiter gebracht hat und dies immer noch kontinuierlich tut. So erhielt ich meine ersten Klienten. Beflügelt von diesem Erfolg und weil ich mich von der missglückten Postwurf-Aktion nicht unterkriegen lassen wollte, beschäftigte ich mich noch intensiver mit dem Thema Marketing. Ich habe BWL studiert und prüfe angehende Einzelhandelskaufleute in diesem Bereich, aber die konkrete Anwendung auf dein eigenes Business ist noch mal eine andere Hausnummer.

 

Mein Budget gab erst mal nicht mehr viel her und ich wollte auf jeden Fall noch in ein professionelles Fotoshooting investieren. Eben während diesem Shooting kamen meine befreundete Fotografin und ich auch auf das Thema Marketing und sie sagte zu mir: „Heutzutage geht nichts über Social Media.“ Mist. Ich hatte es befürchtet. Das war so gar nicht mein Ding. Außer einem eher stiefmütterlich betreuten XING-Profil hatte ich mit dem Thema nichts am Hut.

 

Nach ein bisschen Recherche hier und einem zwanglosen Austausch dort war mir aber klar: es führt tatsächlich kein Weg daran vorbei. Also meldete ich mich auf Facebook an und erstellte eine Unternehmensseite. Dann noch ein Twitter-Account. Das sollte erst mal reichen. Das Abenteuer konnte beginnen. Ich fing damit an, mehr oder weniger regelmäßig Beiträge zu verfassen und zu posten. Und dann kam der nächste Wendepunkt.

Restart: Online-Business

Wenn du dich als Coach in den sozialen Netzwerken bewegst, bleibt es nicht aus, dass du irgendwann mit dem Thema Online-Business in Berührung kommst. So war das zumindest bei mir. Das fand ich spannend. Online-Meetings und Webinare waren mir schon aus meinem Angestelltenverhältnis vertraut und ich dachte mir: das wär’s doch. Ich weiß, wie man Workshops und Seminare konzipiert, das hatte ich in der „realen“ Welt schon hundertfach getan. Was hinderte mich daran, die Pakete zukünftig zu digitalisieren und online anzubieten? Nichts. Also legte ich los.

 

Ein gutes halbes Jahr später stehe ich nun kurz vor dem Launch meines ersten Online-Kurses. Es hat etwas länger gedauert, als ich dachte, aber das ist nicht schlimm. Manche Dinge brauchen eben ein bisschen mehr Zeit und wer weiß, wofür das gut ist J

 

Zum Thema Sichtbarkeit habe ich in den letzten Monaten einiges auf die Beine gestellt: neben diesem Blog, in dem du alle 14 Tage einen neuen Artikel von mir lesen kannst, habe ich begonnen, eine E-Mail-Liste aufzubauen. Meine Social-Media-Beiträge habe ich systematisiert und automatisiert, sodass meine Follower jede Woche 5 neue Beiträge zu einem bestimmten „Thema der Woche“ erhalten. Ich habe mich diversen Facebook-Gruppen angeschlossen und die ein oder andere Challenge mitgemacht, wodurch sich mein Netzwerk stetig erweitert.

 

Trotzdem läuft das Thema irgendwie noch nicht rund. Meine Beiträge erhalten zwar mehr Reichweite, die Likes für meine Fanpage halten sich aber in Grenzen. Mein Blog ist auch noch nicht so gut besucht, wie ich mir das erhofft hatte und meine E-Mail-Liste wächst eher im Schneckentempo.

 

Dennoch kann ich mich jede Woche über kleine Erfolge freuen und diese helfen mir, durchzuhalten. Das ist, glaube ich, immer noch das Wichtigste in diesem Business. Ich bin noch lange nicht bereit, aufzugeben und ich habe in dieser Zeit natürlich auch sehr viel dazu gelernt, was mir hilft, besser zu werden. Die in meinen Augen wichtigsten Erfahrungen will ich gerne an dich weiter geben.

5 überlebenswichtige Tipps, wenn du als Coach ein Online-Business startest

Netzwerken

Es geht nichts über ein gut funktionierendes Netzwerk. Online wie offline. Das wichtigste dabei: du musst dich beteiligen. Das schafft Vertrauen bei deinen Netzwerkpartnern, sodass sie irgendwann deine Beiträge teilen und dich vielleicht sogar weiterempfehlen. Empfehlungen sind immer noch das beste Marketing (nicht nur für uns Coaches). Ich rate dir allerdings, lieber nur in zwei bis drei Netzwerken kontinuierlich und mit guten Beiträgen aktiv zu sein, als auf mehreren Hochzeiten zu tanzen, das aber jeweils nur halbherzig. Qualität kommt hier vor Quantität.

 

Zeige dich

Für mich als Coach ist es extrem wichtig, dass mein Klient mir vertraut. Sonst kann die Veränderungsarbeit nicht erfolgreich sein. Damit deine potenziellen Kunden dieses Vertrauen zu dir aufbauen, musst du etwas von dir zeigen. Gib hin und wieder etwas von dir selbst preis (wie ich jetzt beispielsweise mit diesem Artikel) und gehe auch mal auf den ein oder anderen kleinen Makel ein, den du hast. Das macht dich menschlich und schafft Vertrauen. Was nicht heißt, dass du dein komplettes Privatleben vor deinen Lesern und Followern auspacken musst. Manchmal reicht es schon, wenn du zu einem Thema klar Stellung beziehst.

 

Hilfe annehmen

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin eine Perfektionistin. Ich mache Dinge gerne selbst und ich eigne mir auch gerne selbst Wissen und Können an. Ich habe aber im letzten Jahr gelernt, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn du Hilfe von Dritten annimmst bzw. aktiv danach fragst. Es gibt online so viele tolle Menschen, denen es am Anfang ähnlich ging wie dir und von denen du so viel lernen kannst. Das tolle ist, dass die meisten ihr Wissen auch gerne weitergeben. Das hat mich total überrascht: im Bereich des Online-Business herrscht ein wertschätzendes Miteinander, Konkurrenzkampf ist eher Fehlanzeige. Die Zeichen stehen auf Kooperation. Nutze das und trau dich, nachzufragen. Es lohnt sich.

 

Geben, Geben, Geben

Das fällt mir zum Glück nicht schwer, ich gebe gerne. Für dein Online-Business heißt das konkret: teile dein Wissen, wirf damit um dich. Kostenlos. Verfasse gute Facebook-Beiträge, schreibe interessante Blogartikel, beteilige dich an Gruppendiskussionen und stehe deinen Followern und Netzwerkpartnern mit Rat und Tat zur Seite. Wenn du viel gibst, wirst du auch irgendwann etwas dafür zurückbekommen. So, wie du zu deiner Umwelt stehst, steht deine Umwelt auch zu dir. Davon bin ich überzeugt!

Einfach machen

Das ist auch wieder so ein Problem, das Perfektionisten haben: sie planen gerne alles durch und überdenken jede noch so kleine Eventualität, bevor sie sich endlich an die Umsetzung wagen. Da geht schon mal ein großes Paket an Zeit verloren. Nach meiner bisherigen Erfahrung genügt es aber, wenn du dir ein grobes Konzept ausdenkst und dann einfach loslegst. Als Online-Unternehmer kannst du prinzipiell schon in einem sehr frühen Stadium testen, wie gut deine Ideen ankommen. Die Entwicklung und Optimierung deines „Prototypen“ kannst du dann sukzessive und durchaus auch gemeinsam mit deiner Zielgruppe vornehmen. Das spart eine Menge Zeit und verschafft dir viele wertvolle Erkenntnisse.

Mein Fazit (bis hierhin)

Soweit meine Geschichte. Es ist bestimmt keine Erfolgsstory. Aber es ist eine Story der kleinen Erfolge. Ich habe es bis jetzt nicht bereut, mich selbstständig zu machen. Auch nicht, meine Tätigkeiten mehr in Richtung Online-Business zu verlagern. Obwohl das mit der Freiheit momentan noch so eine Sache ist. Meistens fühle ich mich eher getrieben. Aber trotzdem irgendwie gut. Wahrscheinlich, weil ich selbst bestimmen kann, mich treiben zu lassen. Und das ist doch schon wieder super J

 

Mein Slogan heißt: Wohlfühlen in der Veränderung. Das will ich für meine Klienten. Das will ich auch für mich. So lange ich mich mit den Veränderungen in meinem Leben wohl fühle, können sie so falsch nicht sein, oder?

Jetzt erzähl du: Welche Veränderung vollzieht sich gerade in deinem Leben? Vielleicht auch ein beruflicher Neustart? Oder eher ein privater? Was kannst du aus meinen Erfahrungen für dich mitnehmen? Welche Tipps hast du vielleicht noch für mich?

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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